Will AI Kill Development?

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Verhindert KI den Aufstieg der Entwicklungsländer? Der absehbare Siegeszug der Künstlichen Intelligenz und Robotik wird mehr Wohlstand bringen – möglicherweise aber nur den bereits wohlhabenden, wirtschaftlich entwickelten Ländern.

Eine empfehlenswerte BBC-Dokumentation (Podcast) beleuchtet die Folgen der Automatisierung für die Entwicklungsländer. In der Vergangenheit konnten sich ärmere Länder – typische Beispiele finden sich in Ostasien – in zwei Transformationsschritten zu wohlhabenden Ländern entwickeln: Der erste Transformationsschritt ist die Ausweitung der Industrieproduktion und Verdrängung der Landwirtschaft als bedeutendster Wirtschaftszweig, der zweite die Ausweitung des Dienstleistungssektors. Die globalisierten Wertschöpfungsketten beschleunigten bisher diesen Prozess, da es aufgrund der Lohnvorteile schnell ökonomisch sinnvoll wurde, Produktionen, die nur relativ geringe Qualifikationen der Arbeitnehmer erfordern, in Entwicklungsländer bzw. Schwellenländern outzusourcen. Diese Kostenvorteile verschwinden, wenn Automatisierung- und Digitalisierungsmöglichkeiten den Menschen zunehmend aus einfacheren Produktions- und Bürotätigkeiten verdrängen lassen. KI und Robotik nehmen Stufen aus dem Aufstiegsweg, den bereits viele ehemalige Entwicklungsländer zuvor, wie z. B. China, erfolgreich gehen konnten. Sie gefährden darüber hinaus die dort noch bestehenden Produktionszweige, wie z. B. die Textilindustrie in Bangladesch. Der Kostenvorteil der Automatisierung wird zu groß: Menschen werden auch dort durch Maschinen ersetzt.

Wie können die zukünftig fehlenden Stufen auf dem Aufstiegsweg übersprungen werden? Auch hier könnte die Digitalisierung eine Antwort liefern, wenn zumindest für die bereits gut ausgebildeten Arbeitnehmer der Standort des Arbeitsplatzes auf der Welt keine bedeutende Rolle mehr spielt. Die Ausschöpfung der kognitiven Potenziale in den Bevölkerungen und verbesserte Bildung sollten m. E. den Entwicklungsländern weiterhin einen wirtschaftlichen Aufstieg ermöglichen. Das ist allerdings eine enorme Herausforderung, wenn man bedenkt, dass in den nächsten Jahren alleine in Afrika 100 Millionen Menschen zusätzlich in den Arbeitsmarkt eintreten werden.

Link zum BBC Podcast